Das Thema dieses Projektes ist die Dislozierung von Koordinatoren, also Elementen wie ‘und’, ‘oder’ oder ‘aber’, die nicht in der linearen Position zwischen ihren beiden Koordinanden stehen, sondern innerhalb von einem davon. Das Ziel dieses Projektes ist, die Konsequenzen dieses Prozesses für die Theorien der Klitikplatzierung zu untersuchen, sowie für die Schnittstelle von Syntax und Prosodie.

Das Thema dieses Projektes ist prosodisch determinierte Dislozierung von Klitika, ein Prozess, bei dem ein Element aus prosodischen oder phonologischen Gründen in eine Position verschoben wird, in die es, syntaktisch gesehen, nicht gehört. Der Prozess hat unmittelbare Konsequenzen für unsere Theorien der Interaktion von syntaktischen Strukturen und Prosodie, da er zeigt, inwiefern prosodische Eigenschaften die Ordnung syntaktischer Elemente beeinflussen können. Der empirische Bereich dieses Projektes sind klausale und phrasale Koordinatoren (d.h. Elemente wie und, oder oder aber), die sich nicht in der Position zwischen den beiden Koordinanden befinden.

Obwohl ein solcher Fall als eines der meistzitierten Paradebeispiele gilt (nämlich das der lateinischen Konjunktion que), gibt es bis dato keine übereinzelsprachliche Untersuchung dieses Phänomens. Dabei stellen verschobene Koordinatoren ein ideales Versuchsfeld für Theorien der Klitisierung, und, im Speziellen, der prosodisch determinierten Klitisierung dar. Dies liegt daran, dass wir die syntaktische Basisposition des Klitikums eindeutig bestimmen können, dass wir syntaktische Bewegung ausschließen können und dass wir die syntaktischen und prosodischen Strukturen mit und ohne Klitikum untersuchen können.

Die theoretische Grundhypothese dieses Projektes ist die folgende: Eine umfassende Theorie, die das Phänomen der verschobenen Koordinatoren (und generell prosodisch dislozierter Elemente) modellieren kann, muss folgende zwei Komponenten beinhalten: (i) eine zyklische Abbildung von syntaktischen Strukturen auf prosodische und (ii) eine optimierende Komponente, die lexikale Spezifikationenn einzelner Klitika gegen prosodische Anforderungen einer Sprache abwägt.

Auf dem Foto ist die Figur eines schwarzen Springers aus einem Schachspiel zu sehen
Prosodisch determinierte Dislokation (Symbolbild); Foto: Colourbox