Dr. Naomi Truan

Dr. Naomi Truan

Wiss. Mitarbeiterin

Germanistische Linguistik (Grammatik für die Schule) (JP)
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1403
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37403

Kurzprofil

Als Soziolinguistin untersuche ich die Art und Weise, in der Sprache soziale Ungleichheiten widerspiegelt, verstärkt oder bekämpft. Derzeit bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik in Leipzig. Ich untersuche nicht nur, wie Menschen Sprache in der Interaktion verwenden, sondern auch, wie sie glauben, dass sie (und andere) Sprache verwenden — was wir Sprachideologien nennen.


Im WS 2021-2022 war ich Alfried Krupp Junior Fellow in Greifswald. Mein Forschungsvorhaben zu Sprachideologien und mehrsprachigen Sprecher*innen beschreibe ich hier: https://www.wiko-greifswald.de/fellows/alfried-krupp-fellows-programm/2021-2022/truan-dr-naomi/.


2021 wurde ich mit dem studentischen Lehrpreis für engagierte digitale Lehre der Universität Leipzig ausgezeichnet.


Meine Publikationsliste ist auf folgendem Open-Access-Repository verfügbar: https://cv.archives-ouvertes.fr/naomi-truan.


Mehr Informationen finden Sie auf meiner Homepage: https://naomitruan.wordpress.com/.

Berufliche Laufbahn

  • 10/2021 - 03/2022
    Junior Fellow des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs Greifswald (an der Universität Leipzig beurlaubt). Mehr Informationen über mein Fellow-Projekt: https://www.wiko-greifswald.de/fellows/alfried-krupp-fellows-programm/2021-2022/truan-dr-naomi/
  • seit 09/2019
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Germanistik, Universität Leipzig
  • 09/2016 - 08/2019
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Sorbonne Université, Paris
  • 08/2016 - 08/2019
    Lehrbeauftragte, Humboldt-Universität zu Berlin & Freie Universität Berlin
  • 09/2014 - 08/2020
    Assoziierte Forscherin, Centre Marc Bloch (Humboldt-Universität zu Berlin)

Ausbildung

  • 09/2014 - 01/2019
    Dr.in phil. in Linguistik, summa cum laude — Freie Universität Berlin / Sorbonne Université Paris (Co-Tutelle)
  • 09/2013 - 08/2014
    Agrégation in Germanistik mit sprachwissenschaflichem Fokus (französisches Staatsexamen für den höheren Dienst in Schulen der Sekundarstufe und der Universität)
  • 09/2011 - 08/2013
    Master in Germanistik an der École Normale Supérieure de Lyon, summa cum laude. Zweijähriges Auslandsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Freien Universität Berlin
  • 09/2008 - 08/2011
    Bachelor in Germanistik, magna cum laude — Université Lumière Lyon 2
  • 09/2010 - 08/2016
    Beamtin auf Zeit – École Normale Supérieure de Lyon (normalienne)
  • 09/2008 - 08/2010
    Classes Préparatoires aux Grandes Écoles – Lycée Edouard Herriot, Lyon

In meiner Dissertation, die bei John Benjamins veröffentlicht wurde, The Politics of Person Reference. Third-Person Forms in English, German, and French, konzentrierte ich mich auf:


  • Personenreferenz und Gesprächsrollen (siehe Truan 2021);
  • Pronomen und Anredeformen (siehe Truan 2015);
  • kontrastive Diskursanalyse (siehe Truan 2019a und Truan unter Vertrag);
  • Parlamentsdiskurs (siehe Truan 2016, Truan 2020 und die meisten Publikationen 2015-2019);
  • Populismus (siehe Truan 2019a, Truan 2019b).


In der Postdoc-Phase drehen sich meine Forschungsinteressen um zwei Bereiche:


1) Sprachideologien rund um Mehrsprachigkeit (Soziolinguistik des Deutschen)


  • Migrationskontexte von Erwachsenen, insbesondere französischsprachige Gemeinschaften in Deutschland (laufend);
  • Gender, zum Beispiel in Multiethnolekten (siehe Truan & Oldani 2021);
  • mehrsprachige Praktiken in Bildungskontexten (siehe Oldani & Truan 2022). 


2) Sprache und Identität in Online Communities


  • Gender und Hashtags in Twitter-Protesten (#CoronaEltern) (laufend);
  • die Verwendung von Anredeformen in Online-Communities (T-Form / V-Form im Deutschen) (siehe Truan 2022);
  • die Schaffung von Communities of Practice, z.B. Menschen, die ihre Katzen online darstellen (siehe Truan 2022);
  • digitale Praktiken im Klassenzimmer und in der Hochschulbildung (siehe Truan & Dressel 2021).


Schließlich interessiere ich mich sehr für und engagiere mich für Open Science, einschließlich Open Educational Practices (Truan & Dressel 2022).

  • Digital Fellowship Sachsen
    Truan, Naomi
    Laufzeit: 10.2020 - 09.2021
    Mittelgeber: SMWK Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
    Beteiligte Organisationseinheiten der UL: Germanistische Linguistik (Grammatik für die Schule)
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  • Fellow-Programm Freies Wissen
    Truan, Naomi
    Laufzeit: 10.2020 - 08.2021
    Mittelgeber: Stiftungen Inland
    Beteiligte Organisationseinheiten der UL: Germanistische Linguistik (Grammatik für die Schule)
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weitere Forschungsprojekte

  • Truan, N.
    Möglichkeiten und Herausforderungen einer pragmatisch orientierten kontrastiven Diskursanalyse. Ein Vorschlag am Beispiel deutscher, französischer und britischer Parlamentsdebatten
    Diskurse – digital. 2019. 1 (3). S. 29-50
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  • Truan, N.
    The discursive construction of the people in European political discourse: Semantics and pragmatics of a contested concept in German, French, and British parliamentary debates
    In: Zienkowski, J.; Breeze, R. (Hrsg.)
    Imagining the Peoples of Europe. Populist discourses across the political spectrum. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins. 2019. S. 201-228
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  • Truan, N.
    Talking about, for, and to the People: Populism and Representation in Parliamentary Debates on Europe
    Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik. 2019. 67 (3). S. 307-337
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  • Truan, N.
    The Politics of Person Reference
    2021
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  • Truan, N.
    Narratives of dialogue in parliamentary discourse: Constructing the ethos of the receptive politician
    Journal of Language and Politics.. 2020.
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weitere Publikationen

  • SS 2022: WhatsApp, Instagram & Co. im Deutschunterricht: Wie und wozu?

  • WS 2020-2021: Grammatik im Wandel: Ist digitales Schreiben (wirklich) so anders? (Seminar + Übung)

    „WhatsApp & Co machen Schüler*innen dumm.“ Ziel des Seminars ist es, diese Aussage durch teilnehmende Beobachtung und forschungsorientiertes Lernen zu hinterfragen. Die Untersuchung des eigenen Sprachgebrauchs liefert empirische Befunde für die Vermittlung grammatischer Strukturen im digitalen Zeitalter.


    Das Lehr-Lernprojekt wird im Rahmen eines

    Digital Fellowships Sachsen unterstützt. Mehr Informationen: https://bildungsportal.sachsen.de/portal/parentpage/projekte/digital-fellowships

  • SS 2020: Grammatik und Schule im digitalen Zeitalter (Seminar + Übung)

    Im Mittelpunkt des Moduls steht eine kritische Auseinandersetzung mit der Schulgrammatik, insbesondere wenn es darum geht, schriftliche Äußerungen von SuS als richtig oder falsch einzustufen. Vor diesem Hintergrund werden wir uns mit Schreibkompetenzen im Deutschunterricht (Orthographieerwerb, Textproduktion) im digitalen Zeitalter befassen.

  • SS 2020/SS 2021/SS 2022: Einführung in das System der deutschen Sprache (Seminar)

    Vorlesung und Seminar vermitteln aufeinander aufbauend Grundlagen der zentralen Beschreibungsebenen Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und Graphematik. Dabei werden auch Modelle der Grammatik der Gegenwartssprache und Methoden der grammatischen Analyse behandelt.

  • WS 2019-2020: Personenreferenz im Deutschen: empirische Methoden in der Sprachwissenschaft (Übung)

    In dieser Übung befassen wir uns mit empirischen Methoden in der Sprachwissenschaft. Empirische Sprachdaten werden häufig erhoben, um Forschungshypothesen anhand authentischer Interaktionen zu testen. Zusammen werden wir methodisch reflektieren, wie und wofür empirische Daten gesammelt werden, wie qualitative und quantitative Herangehensweisen vereinbart werden können und schließlich welchen Nutzen empirische Daten haben können.

  • WS 2019-2020: Personenreferenz im Deutschen: semantische und pragmatische Aspekte (Seminar)


    „Du“, „Sie“, „Mama“, „Mutti“, „meine Mutter“... Im Alltag benutzen wir eine Reihe linguistischer Ausdrücke, um ab- und anwesende Personen anzusprechen oder zu bezeichnen. In diesem Seminar setzen wir uns mit linguistischen, kulturellen und sozialen Perspektiven der Personenreferenz auseinander. Mit einem Fokus auf die deutsche Sprache untersuchen wir, wie Sprecher*innen in der oben beschriebenen Vielfalt ihren Weg finden und Beteiligungsrollen zum Ausdruck bringen.

  • SS 2019: Kritische Auseinandersetzung mit der Schulgrammatik (Seminar) (2 Gruppen)