In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unsere ehemalige Mitarbeiterin der Namenberatungsstelle, Frau Dr. Sabine Gugutschkow, am 3. November im Alter von nur 69 Jahren verstorben ist. Das ganze Leben der Verstorbenen war direkt oder indirekt mit der Universität Leipzig verbunden. Von 1974 bis 1979 studierte sie (damals noch Sabine Kretzschmar) hier Germanistik. Nach einem Intermezzo als wissenschaftliche Assistentin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, was mit dem Abschluss der Promotion zum Dr. phil. endete, kehrte Frau Gugutschkow nach Leipzig zurück und arbeitete (mit einigen Unterbrechungen) bis 1991 als wissenschaftliche Assistentin an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität. Nach der Wende und den Umstrukturierungen an unserer Universität war sie mit verschiedenen Verträgen (ABM, Jahresverträge) bei uns beschäftigt. In den Jahren 1993/94 absolvierte sie ein Ergänzungsstudium „Deutsch als Fremdsprache“ des Herder-Institutes an der Universität Leipzig. In der Folge war sie engagiert und erfolgreich in diesem Bereich tätig, zunächst am Studienkolleg Sachsen (DSH-Ausbildung), aber auch an der Volkshochschule und in Integrationskursen. Am Ende der 90er Jahre führte ihr Weg auch zur Abteilung deutsch-slavische Namenforschung, wo sie hauptsächlich in der Namenberatungsstelle tätig war. Gerne erinnern wir uns an die gemeinsamen Jahre. Ihre vielfältigen Sprachkenntnisse nicht nur als Germanistin, sondern auch ihre Kenntnisse slavischer Sprachen waren in dieser Abteilung natürlich sehr willkommen (von 1984 bis 1988 lebte Sabine Gugutschkow in Burgas/Bulgarien, wohin sie ihrem bulgarischen Ehemann Stojan folgte, den sie an der Universität Leipzig kennengelernt hatte). Seit dem Wintersemester 2004/2005 war die Verstorbene bis zum Ruhestand in der Studienbegleitung (DaF) für ausländische Studierende an der Universität Leipzig/Studienkolleg Sachsen beschäftigt.
Eine weitere Verbindung zur Alma Mater Lipsiensis war ihre engagierte Mitwirkung im Leipziger Universitätschor, erst als Sängerin und bis an das Ende ihres Lebens im Förderkreis dieser Institution. So ist es auch nicht verwunderlich, dass unser letztes Foto von ihr im Augusteum unserer Universität entstand, wo der Förderkreis sich jährlich trifft.
Manch einer kennt Frau Gugutschkow auch als Gästeführerin in ihrer Heimatstadt Leipzig. Oft hat sie Schulklassen geführt und den jungen Menschen auf einem Rundgang die Brennpunkte der friedlichen Revolution von 1989 gezeigt. Als Zeitzeugin hat sie Gäste der Stadt in eindrucksvoller Weise von den Geschehnissen der sogenannten Wende berichtet. Wer eine solche Führung mitgemacht hat, geht nicht unberührt davon. Sie hatte ein ausgesprochenes Talent für die Vermittlung von Wissen und überzeugte durch ihre klare Haltung zum Erlebten und zugleich ihre emotionale Beteiligung. Der Verfasserin sind gemeinsame Demonstrationen um den Leipziger Ring im Herbst 1989 in sehr intensiver Erinnerung.
Im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit an unserer Namenberatungsstelle hielt Frau Gugutschkow mehrere Fachvorträge und publizierte zur modernen Vornamengebung (auch gemeinsam mit Prof. Dr. Karlheinz Hengst, dem damaligen Abteilungsleiter, der sie gern in der Abteilung behalten hätte). Stellvertretend sei verwiesen auf den Aufsatz „Vornamengebung in Deutschland und interkulturelle Kontakte. Beobachtungen zu Tendenzen in der gegenwärtigen Vornamenwahl. In: Onoma 1998-1999, 197-214.
Der Abschiedsgottesdienst findet am 24. November 2025, um 11 Uhr, in der Thomaskirche zu Leipzig statt. Die Beisetzung ist anschließend um 13 Uhr auf dem Südfriedhof.
Wenn wir uns an diesem Ort von dieser gebildeten, freundlichen und empathischen Alumna verabschieden müssen, erinnert sich manch einer vielleicht auch an ihren Vater, Prof. Dr. Gottfried Kretzschmar (1930-2001), der Hochschullehrer für Praktische Theologie an unserer Universität war. Wir werden Sabine Gugutschkow nicht vergessen und sind dankbar für vieles, was wir gemeinsam erlebten.