Dieses Projekt entwickelt eine neue zyklische und optimierungsbasierte Theorie, die wiederkehrende Probleme in der Morphophonologie von Ton erklärt.

Das Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung einer neuen Theorie tonaler Morphophonologie, die eine stratale Architektur (Kiparsky 2015, Bermudez-Otero 2018, Trommer 2011) mit der neu entwickelten Theorie von Gradienten Symbolischen Repräsentationen (Smolensky & Goldrick 2016, Zimmermann 2019) kombiniert. In dieser neuen „Harmonic Layer Theory“ können Töne mit jeder zyklischen Optimierung inkrementell stärker oder schwächer werden. Derselbe Ton kann damit in unterschiedlichen morphologischen Domänen unterschiedlich auf dasselbe tonotaktische Problem reagieren, da er in jeder Domäne unterschiedliche Aktivitäten hat und damit Beschränkungen unterschiedlich verletzt. Unsere Hypothese ist, dass die „Harmonic Layer Theory“ vier hartnäckige Herausforderungen löst, die die tonale Morphophonologie für phonologische und morphologische Theorien darstellt: 1) Globale Prozesse (Hyman 1993), 2) interstratale Verschwörungen (Myers 1991, 1997), 3) Wettbewerb von Überschreibungsmustern (Hyman 2013), und 4) tonale Attraktionsprozesse (Trommer 2019). 
Die Daten für das Projekt werden aus afrikanischen Sprachen kommen, die sowohl eine komplexe wortinterne Morphologie als auch eine komplizierte Tonphonologie aufweisen. Beides ist hochrelevant für unser Projekt. Unser Fokus wird dabei auf Bantusprachen, westafrikanischen Sprachenund Niger-Kongo-Sprachen liegen, die besonders viele projektrelevante Phänomene zeigen.  

Rote Zwiebeln halbiert
Ton-Strata (Symbolbild); Foto: Colourbox