Nachricht vom

Das Leben im deutschen Sozialismus hat die Kubanerinnen und Kubaner, die in der DDR lebten, verändert und war mitbestimmend für ihre spätere Entwicklung auf der kubanischen Insel. Aber wie war die Wahrnehmung kubanischer Kultur in der DDR? Das Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) lädt alle Interessierten ein, dieser Frage vor allem anhand des Umgangs mit Literatur aus Kuba nachzugehen.

Organisatorisches

Die Veranstaltung findet als Projektseminar im Bachelorstudiengang Translation statt und steht Interessierten aus allen Fachrichtungen offen. Studierende im Bachelorstudiengang Translation können sich die Teilnahme als Modul 04-005-1011 Projekt als Wahlpflichtmodul oder philologische Schlüsselqualifikation anrechnen lassen. Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit.

  • Zeit und Ort: Dienstag, 13:15 – 14:45 Uhr, digitale Veranstaltung; beginnt am 13. April 2021
  • Dozent: Jonathan Böhm
  • Anmeldung: Modulanmeldung für Studierende des B.A. Translation im Tool; alle anderen Interessierten melden sich bis 7. April 2021 per E-Mail bei Constanze Gräsche.

Inhalt

Etwa 30.000 Kubanerinnen und Kubaner studierten oder arbeiteten von 1962 bis 1990 in der DDR. Das Leben im deutschen Sozialismus hat sie verändert und war mitbestimmend für ihre spätere Entwicklung auf der kubanischen Insel. Aber wie war die Wahrnehmung kubanischer Kultur in der DDR? Die Veranstaltung geht dieser Frage vor allem anhand des Umgangs mit Literatur aus Kuba nach.

Innerhalb der lateinamerikanischen Staaten ist Kuba als das Land zu nennen, aus dem neben Chile die meisten Bücher in der DDR verlegt wurden. Aus Kuba erschien eine ganze Reihe von Autorinnen und Autoren. Aber es gab auch viele, die keine Chance auf Veröffentlichung hatten so z.B. Virgilio Piñera, Guillermo Cabrera Infante oder Severo Sarduy.

Grundlage für das Seminar soll die von Lene Klein 1963 herausgegebene Anthologie „Ruderer in der Nacht“ sein, deren Texte von den Teilnehmenden in kurzen Impulsreferaten vorgestellt und – wo möglich – mit den spanischen Originalen verglichen werden sollen.

Das Seminar soll so einerseits Fragen nach den Themen in den Werken der kubanischen Autorinnen und Autoren diskutieren, und versuchen nachzuvollziehen, welches Kuba-Bild durch Zensur und Übersetzung in der DDR vermittelt werden sollte.

Gleichzeitig soll aber auch über die Lebenssituation der Kubanerinnen und Kubanern in der DDR nachgedacht werden. Dafür werden wir uns bei gutem Wetter und falls die Corona-Bestimmungen es zulassen, auch an Stationen in Leipzig begeben, wo sich kubanisches Leben abgespielt hat und abspielt. Angefragt ist außerdem ein Termin mit Heike Jehnichen, die damals als Dolmetscherin für kubanische Werktätige im Getriebewerk Leipzig und im Chemiekombinat Böhlen tätig war.