Die baskische Sprache heißt auf Baskisch Euskara und ist Europas wohl älteste noch lebende Sprache. Sie wird von etwa 900.000 Menschen gesprochen, die überwiegend im Südwesten Frankreichs und im Norden Spaniens leben. Obwohl die Anzahl der Sprecherinnen und Sprecher und sowie das Sprachgebiet klein sind, zeichnet sich das Baskische durch eine Vielzahl an Dialekten aus.

Bunte Häuser in der Altstadt von Bilbao.
Foto: Colourbox

Das Baskenland

Wenn wir vom Baskenland sprechen, beziehen wir uns auf eine sprachlich-kulturelle Einheit. Das Baskenland ist das Gebiet, in dem Baskisch gesprochen wird, und es ist eine Nation, dessen geteiltes Territorium einerseits zu Frankreich und andererseits zu Spanien gehört.

Das Baskenland (Euskal Herria oder Vasconia) befindet sich im Westen Europas, im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien. Zum Baskenland gehören sieben Provinzen, in denen Baskisch gesprochen wird. Drei von ihnen (Lapurdi, Behe Nafarroa und Zuberoa) liegen in Frankreich und werden als „Nördliches Baskenland“ bezeichnet (Iparralde). Die Provinzen in Spanien werden Hegoalde genannt. Dazu gehören die Foralgemeinschaft Nafarroa sowie die Autonome Baskische Gemeinschaft, die aus den drei Provinzen Gipuzkoa, Bizkaia und Araba besteht.

Dieses Stück Erde, das vom Kantabrischen Meer bis zum Fuß der Pyrenäen reicht, wurde von griechischen und römischen Historikern des III. Jahrhunderts wie Strabon mit dem lateinischen Namen Vasconia bezeichnet. Heute benutzen wir diesen Ausdruck, um das Territorium der baskischen Sprache und der Basken zu bezeichnen.


Die baskische Sprache

Bei der baskischen Sprache handelt es sich um eine isolierte Sprache, die aus sprachwissenschaftlicher Sicht besonders interessant ist, denn sie weist einige spezifische Kennzeichen auf, wie etwa Ergativität, ein komplexes Verbalsystem und eine reichhaltige Deklination durch Suffigierung. Es ist möglicherweise die älteste Sprache Europas, ihr Ursprung ist noch immer ein Geheimnis. Die Wurzeln dieser Sprache haben offenbar nichts mit den anderen, sie umgebenden Sprachen zu tun, denn es handelt sich hier um eine vorindogermanische isolierte Sprache. Fast eine Million Menschen sprechen oder schreiben Baskisch und mailen oder twittern heute auch in dieser Sprache, sie gebrauchen diese Sprache, wenn sie sich verlieben, ihrer Wut Ausdruck verleihen, fernsehen oder Doktorarbeiten schreiben. Sie tun dies entweder in der 1968 geschaffenen Standardvarietät des Baskischen oder in einem der fünf Dialekte der Sprache.


Warum Baskisch lernen?

Die baskische Sprache ist eine Minderheitensprache, die im Wesentlichen auf das Baskenland beschränkt ist. Jedoch besitzt sie eine reiche Kultur, die jedes Jahr hunderte von Büchern und Musiktiteln hervorbringt. Gerade weil die Sprache klein und robust ist, wird  sie zu einem interessanten Studienobjekt. Die baskische Kultur ist von einer großen Dynamik geprägt. Sie wird von allen sie umgebenden kulturellen Äußerungen, Strömungen und Stilen beeinflusst und ist gleichzeitig eine lebendige Kultur, die schöpferisch tätig ist, assimiliert und ein großes kulturelles Schaffen exportiert, das auf ihrem eigenen Vermächtnis basiert. Die baskische Sprache ist eines der besten Beispiele für die große kulturelle Vielfalt, die die Iberische Halbinsel bietet, nicht nur, weil sie mit den anderen sie umgebenden Sprachen nicht verwandt ist, sondern weil hier ein Modell fern von den Stereotypen über Südeuropa angeboten wird. Für alle, die sich für Sprachpolitik, die Wiederbelebung von Sprachen und für Übersetzungspolitik interessieren, ist das Baskische und das Baskenland das lebendigste Beispiel dafür, was eine Regierung auf linguistischem Gebiet vermag, wenn ihr die Möglichkeit dazu gegeben wird. Aus linguistischer und anthropologischer Sicht eröffnet sich einerseits die Möglichkeit des Studiums eines exotischen Modells für Studenten, die bisher nur indoeuropäische Sprachen studiert haben, und andererseits das Kennenlernen einer tausendjährigen Kultur, die seit Jahrhunderten Interesse bei den Wissenschaftlern geweckt hat. Berühmte deutsche Linguisten und Wissenschaftler wie etwa Wilhelm von Humboldt haben sich für die baskische Sprache interessiert; es ist zum Teil Humboldts Studien zu verdanken, dass es möglich war, die baskischen Studien weiter zu vertiefen und zu entwickeln. Linguisten der Leipziger Universität wie z. B. Hugo Schuchardt studierten und sprachen die baskische Sprache und etablierten Leipzig bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Zentrum der Erforschung der baskischen Sprache. Vor allem aber gibt uns die Kenntnis der baskischen Sprache die Möglichkeit, all das, was uns die baskische Kultur bietet, kennen und schätzen zu lernen: Kunst, Musik, Literatur, Geschichte, Gastronomie, Freizeit, Sport, ...


Ist Baskisch eine schwierige Sprache?

Oft wird gesagt, dass es schwierig sei, Baskisch zu lernen. Wir können dieser Behauptung eine gewisse Berechtigung nicht abstreiten, denn das Baskische hat viele sprachliche Besonderheiten, die es aus der Sicht des Deutschen kompliziert erscheinen lassen. Die große Anzahl von Menschen in der ganzen Welt, die Baskisch lernen, zeigt aber, dass man das Baskische trotzdem lernen kann (und dabei viel Freude haben kann!).

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