Das Baskischlektorat am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) wurde 2013 mit Unterstützung des Institut Etxepare – Etxepare Institutua – gegründet. Das Lektorat ist inzwischen zum Referenzpunkt für Baskisch in Europa geworden. Außerhalb Spaniens bietet die Universität Leipzig die meisten Lehrveranstaltungen im Bereich der baskischen Sprache und Kultur in ganz Europa an. Studierende aller Fachrichtungen können das Baskischangebot wahrnehmen.

Blick auf San Sebastián im Baskenland.
Blick auf San Sebastián im Baskenland. Foto: Colourbox

Baskisch in Leipzig

Das Institut Etxepare besitzt ein Netzwerk von mehr als dreißig Lektoraten und fünf Lehrstühlen für Baskische Studien in Europa und Amerika und bemüht sich besonders um den Ausbau des Studiums der baskischen Sprache in Deutschland, wo es inzwischen schon vier Lektorate gibt: in Leipzig, Berlin, Frankfurt und Konstanz. Das baskische Lektorat an der Universität Leipzig ist ein strategisch wichtiger Standort für das Institut Etxepare. Die Position des Instituts im deutschen Universitätssystem wird gestärkt und gleichzeitig wird das Lektorat zum Referenzpunkt Europas, denn Leipzig als Zentrum bietet das umfassendste Programm für das Studium der baskischen Sprache und Kultur.

Baskisch studieren

Mit dem Studium der baskischen Sprache und Kultur konnte das Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) sein Angebot im Bereich der Sprachen der iberischen Halbinsel erweitern. Mit dem Studium des Baskischen erhalten Sie eine tiefere Einsicht in die Vielfalt der iberischen Studien. So haben Sie eine gute Möglichkeit, eine Minderheitensprache (und außerdem die wahrscheinlich älteste Sprache Europas), ihre Besonderheiten und heutige Situation kennenzulernen. Allen Studierenden, die an der Vertiefung ihrer Kenntnisse in den Minderheitensprachen, an der Sprachpolitik bzw. an der Übersetzung von Minderheitensprachen interessiert sind oder einfach nur eine neue Sprache und deren Kultur kennenlernen möchten, bietet das Angebot des Lektorats dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit.

Baskisch kann am IALT im Rahmen der Schlüsselqualifikation bzw. im Wahlbereich im Bachelorstudiengang B.A. Translation oder in den Masterstudiengängen M.A. Translatologie und M.A. Konferenzdolmetschen belegt werden. Studierende anderer Institute und Fakultäten können Baskisch ebenfalls im Rahmen der Schlüsselqualifikation oder im Wahlbereich der Geistes- und Sozialwissenschaften belegen. Informationen dazu bekommen Sie direkt am Lektorat, in den Wahlbereichsbroschüren und den Angeboten für die Schlüsselqualifikation.

In Zusammenarbeit mit dem Institut Etxepare bieten wir Stipendien zur Teilnahme an Baskisch-Intensivkursen in verschiedenen Einrichtungen im Baskenland an. So haben fortgeschrittene Studierende die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse im baskischen Sprachgebiet und mit Hilfe von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern zu vertiefen.

Angebote des Baskischlektorats

Vorträge, Stammtisch, Filmvorführungen – Neben der Lehre während des Semesters gibt es am Baskischlektorat eine ganze Reihe anderer Angebote.

Der Intensivkurs Baskisch Literatur-, Sprach-, Kulturwissenschaft und Sprachpraxis findet immer im März statt und konzentriert sich vor allem auf den Erwerb von Grundkenntnissen der baskischen Sprache und der Geschichte des Baskenlandes. Mit Hilfe der Dokumentarfilmreihe Euskara Jendea werden Aspekte der baskischen Sprachgeschichte (Diachronie und Soziolinguistik) sowie andere ausgewählten Themen der baskischen Kultur behandelt, wie z. B. die unterschiedliche Sprachpolitik in den verschiedenen Territorien des Baskenlandes in Spanien bzw. Frankreich. Am Ende des Kurses legen Sie zwei Prüfungen ab. Die erste Prüfung bezieht sich auf die Themen im Dokumentarfilm Euskara Jendea. Dabei können Sie Unterlagen und Notizen aus dem Unterricht verwenden. Die erworbenen Sprachkenntnisse werden in der zweiten Prüfung in schriftlicher und mündlicher Form abgefragt. Die mündliche Prüfung besteht aus einer Konversation zwischen zwei Kursteilnehmenden. Eingeschriebene Studierende erhalten für das Absolvieren des Kurses zehn Leistungspunkte und können dann auf Wunsch mit dem Modul Baskisch Niveau II (04-ALT-1002-B) im Sommersemester fortfahren.

Feierlichkeiten zum Tag der baskischen Sprache

In der Zeit um den 3. Dezember organisiert das Baskischlektorat jedes Jahr verschiedene Aktivitäten zur baskischen Sprache. So zum Beispiel Seminare zur Sprachpolitik, in denen sich die Möglichkeit bietet, aus erster Hand die verschiedenen Möglichkeiten der Förderung von Minderheitensprachen durch Bildungspläne und Gesetze kennenzulernen.

Filmvorführungen

Während der Vorlesungszeit zeigen wir verschiedene baskische Filme, die Interessierten das Baskenland und die baskische Sprache näher bringen. In Zusammenarbeit mit der Euskal Etxea Berlin – Gernika Deutsch-Baskischer Kulturverein e. V. wurde zum Beispiel ein Filmfestival organisiert, bei dem Studierende die neusten Filme des baskischen Kinos in untertitelter Version sehen konnten.

Vorträge

Das kulturelle Angebot des Baskischlektorats der Universität Leipzig wird mit sporadischen Vorträgen und Konferenzen über die baskische Sprache und Kultur ergänzt. Künstlerinnen und Künstler, Universitätsdozierende, Expertinnen und Experten für Kunst und Kultur aus dem Baskenland bringen den Teilnehmenden verschiedene Bereiche der Literatur, des Kinos, der Geschichte und der baskischen Anthropologie näher.  Für die Zukunft sind Vorträge zur Sprachpolitik, zur heutigen Situation des Baskischen, Gender Studies und zur Rolle der Frau in der heutigen baskischen Gesellschaft vorgesehen

Kulinarische Treffen

Das Baskischlektorat der Universität Leipzig führt gemeinsam mit den Lektoraten für Katalanisch und Galicisch und den Studierenden der Lektorate mindestens einmal pro Jahr ein kulinarisches Treffen durch, bei dem die Studierenden typische Gerichte der baskischen, galicischen und katalanischen Küche zubereiten und gemeinsam probieren.

Stammtisch

Während der Vorlesungszeit findet in Zusammenarbeit mit den Lektoraten für Katalanisch und Galicisch alle zwei Wochen ein Stammtisch statt, bei dem die Studierenden der verschiedenen Lektorate im Gespräch untereinander und mit den Lehrenden ihre Sprachkenntnisse weiter vertiefen können.

Das Baskische Institut Etxepare

Im Jahr 1545 schrieb Bernard Etxepare ein Buch mit dem Titel „Linguae Vasconum Primitiae”. Es ist das erste Buch in baskischer Sprache und wurde mit dem Ziel geschrieben, das Baskische zu fördern. Das Institut Etxepare arbeitet in genau diesem Sinne und hat sich der Förderung der baskischen Sprache und Kultur in der ganzen Welt verpflichtet. Zu diesem Zweck führt dieses von der baskischen Regierung finanzierte Institut verschiedene Aktivitäten zur kulturellen Förderung und Verbreitung der baskischen Sprache durch, bietet Unterstützung durch Förderprogramme und veranlasst die Einrichtung von Lektoraten an Universitäten der ganzen Welt.

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