Auf dieser Seite informieren wir über aktuelle Forschungsprojekte am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT).

Schwarze Tafel mit Kreidewörtern zur Forschung
Foto: Colourbox

Seit Anfang 2019 untersuchen brasilianische und deutsche Forschende an den Universitäten Leipzig und São Paulo Aspekte des Themengebiets der Diktion.

Forschungsvorhaben

Ziel des Projekts ist es, sich im Rahmen einer interdisziplinären und internationalen Gruppe mit dem Themengebiet der „Diktion“ auseinanderzusetzen. Dieses ist für Linguistik und Deutsch als Fremdsprache, Literatur- und Translationswissenschaft von großer Bedeutung und bisher noch nicht ausreichend erforscht. Hierbei wollen sich brasilianische und deutsche Forscherinnen und Forscher in einer vergleichenden und gleichberechtigten Perspektive austauschen. Gleichzeitig soll der wissenschaftliche Nachwuchs aus beiden Ländern eingebunden und qualifiziert werden. Das Projekt trägt wesentlich dazu bei, die akademischen Beziehungen zwischen der Universität São Paulo und der Universität Leipzig im Bereich der Geisteswissenschaften zu stärken, insbesondere der Germanistik in Brasilien und der Brasilianistik in Deutschland.

Beteiligte

Finanzierung

Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (Deutschland) und der Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior (Brasilien). Es läuft von 2019 bis 2020.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie auf der Webseite des Projekttreffens 2019. Die Pressemitteilung zum Treffen stellen wir Ihnen auch zum Download zur Verfügung.

 

Dieses Projekt untersucht den Wandel des Framings von Extremismusformen (beispielsweise Rechtsextremismus, Islamismus) im medialen Diskurs des Internets.

Forschungsvorhaben

Besonderes Augenmerk bei der Untersuchung liegt auf zwei Faktoren:

  • Der Einfluss prominenter extremismusbezogener Ereignisse auf das Framing der Extremismusform, wie z.B. der Anschlag auf das World Trade Center am 9. September 2001.
  • Die Frage, inwiefern sich dieser Wandel im Framing mit einem möglichen Wandel in institutionellem Handeln potenziell konvergiert.

Das Projekt beschränkt sich zurzeit auf die deutsche Sprache, soll aber auf weitere Sprachen ausgeweitet werden.

Inhalt

Im Rahmen des Projekts wird am Arbeitsbereich Übersetzungswissenschaft eine Korpusanalyseplattform aus derzeit bestehenden Einzelwerkzeugen zusammengestellt und deren Eignung für die Anwendung bei verschiedenen Erkenntnisinteressen getestet.

Beteiligte

Finanzierung

Das Projekt wird aus universitätsinternen Haushaltsmitteln finanziert.

Die Hermeneutik ist ein Wissensgebiet mit großem Innovationspotenzial. Das Forschungszentrum für Hermeneutik und Kreativität untersucht interdisziplinär das Verstehen und die Interpretation von Texten.

Forschungszentrum Hermeneutik und Kreativität

Das Forschungszentrum Hermeneutik und Kreativität ist 2012 am Lehrstuhl für Romanische Übersetzungswissenschaft der Universität des Saarlandes entstanden und wurde 2019 an die Professur für Translationswissenschaft (Professorin Tinka Reichmann) der Universität Leipzig angebunden.

Forschungsvorhaben

Die ursprüngliche Motivation war einerseits, den wissenschaftlichen Kontakt mit den Personen zu halten, die sich jahrelang am Lehrstuhl aktiv eingebracht hatten, und somit – unabhängig von vertraglichen Bindungen oder akademischen Prüfungen – eine Science Community zu pflegen. Andererseits galt es, ein Wissensgebiet, das großes Innovationspotenzial in sich birgt, systematisch und interdisziplinär zu erforschen.

Inhalt

Während es einleuchtet, dass ein Text zunächst richtig verstanden werden soll, um ihn übertragen zu können, hat man weniger das Phänomen beachtet, dass erst das Übersetzen hermeneutische Impulse verleiht, um eine konkrete Interpretation vollziehen zu können. Diese gegenseitige Beziehung von Verstehen und Tun bzw. Tun und Verstehen erweist sich als fruchtbarer interdisziplinärer Forschungsparameter in der Kunst, in der Musik, in der Literatur und erst recht in der Dolmetschforschung.

Über das Forschungszentrum

Professorin Tinka Reichmann ist eines der Gründungsmitglieder des Forschungszentrums und hat dessen Aktivitäten von Anfang an aus der Perspektive der juristischen Fachübersetzung begleitet. Zu den Aktivitäten des Zentrums zählen die Publikationen (mit einer eigenen Reihe „Hermeneutik und Kreativität“), Workshops, Bereitstellen eines Newsletters über die neuesten Publikationen und Aktivitäten auf dem Gebiet der Übersetzungshermeneutik sowie Grundlagenforschung. Nach der Schließung der Romanischen Übersetzungswissenschaft in Saarbrücken freut sich das Forschungszentrum, von nun an in einer innovativen und dynamischen Leipziger Professur nicht nur beheimatet zu werden, sondern nicht zuletzt auch gute neue Impulse für die Translationswissenschaft zu erhalten.

Leiterin des Forschungszentrums ist Professorin Tinka Reichmann. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Forschungszentrums.

„Russisch aktuell“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT), des Instituts für Slavistik und des Universitätsrechenzentrums der Universität Leipzig. Gegenstand des Vorhabens ist die kontinuierliche, vorwiegend synchrone Beschreibung des Russischen in seiner gesamten Breite. Das Forschungsvorhaben umfasst ein russisch-deutsch-russisches gemeinsprachliches Wörterbuch, ein phraseologisches Wörterbuch, ein Aussprachewörterbuch, einen Sprachkurs, einen Sprechtrainer, eine Grammatik, eine Phonologie und Phonetik sowie ein umfassendes automatisch annotiertes Textkorpus russischsprachiger Literatur.

Veröffentlichungen

Der Name „Russisch aktuell“ steht als verbindende Klammer für verschiedene Publikationen, in denen die laufenden Ergebnisse des kontrastiven Vorhabens auf dem jeweils aktuellen Stand der Sprachentwicklung dokumentiert und einem breiten Nutzerkreis zugänglich gemacht werden. Dank einer modularen Anlage des Werks und eines tief gestaffelten Hilfesystems können sowohl lernende Sprachanfängerinnen und -anfänger als auch auskunftssuchende Linguistinnen und Linguisten sowie Übersetzerinnen und Übersetzer einen schnellen Zugang zu gewünschten Hilfestellungen bzw. Antworten finden.

„Russisch aktuell“ umfasst fünf Module, die beim Harrassowitz Verlag jeweils als ausführbares Programm und – mit den durch das Medium bedingten Einschränkungen in Umfang und Funktionalität – als Printwerk vertrieben werden:

Das Russisch-Deutsche Universalwörterbuch (RUW)

Die Onlineversion bietet nur einen eingeschränkten Funktionsumfang. Die Unterschiede zwischen der zu installierenden Vollversion und der Onlineversion werden hier erklärt.

Das Russisch-Deutsche Universalwörterbuch (RUW) sprengt mit seinen zurzeit etwas über 710.000 mehrheitlich allgemeinsprachlichen Einträgen, von denen circa 130.000 sound-unterstützt sind, den Rahmen dessen, was zwischen zwei Buchdeckeln Platz findet. Daher ist es in seiner Gesamtheit auch nicht als Printwerk verfügbar, trägt aber eingeschränkteren Verwendungszwecken mit zwei Ausgliederungen Rechnung:

Jeder Wörterbucheintrag des RUW wird auf unterschiedlichen Beschreibungsebenen ausführlich dokumentiert:

  • Angaben zur Frequenz, Distribution und sprachlichen Aktualität
  • Anzeige und Kommentierung des kompletten Paradigmas
  • stilistische Einordnung
  • Offenlegung des Derivationsweges, hier auch (aber nicht ausschließlich) von Diminutiva und Augmentativa, Koseformen und Vornamenableitungen
  • Angabe von Synonymen und Antonymen
  • Angabe von Paronymen, insbesondere von „falschen Freunden“
  • phonematische Transkription der Lemmata
  • Angabe orthografischer und artikulatorischer Besonderheiten einschließlich Warnung vor Fehlschreibungen
  • Angaben zum landeskundlichen Sachhintergrund / Belieferung mit enzyklopädischen Informationen, etwa zu Toponyma, zur Wiedergabe von Werktiteln oder zu berühmten Persönlichkeiten
  • Angaben zur phraseologischen und kollokativen Einbindung
  • Angaben zur Rektion und zur Valenz

Dank seines Umfangs erzielt das RUW bei allgemeinsprachlichen normgerechten Texten eine Textdeckung, die sich der 100-Prozent-Marke annähert, dies auch dank einer kontinuierlichen Aufarbeitung von Neologismen (einschließlich der Besonderheiten der Migrantensprache). Erste Ansätze gibt es bei einer systematischen Ausleuchtung unterschiedlicher soziolinguistischer Varietäten wie der Jugend- oder Kirchensprache, etwas breiter aufgearbeitet ist der Bereich der Substandardismen. (Substandardismen sind im Auslieferzustand deaktiviert.) Die Weiterarbeit am RUW konzentriert sich auf das Schließen von Lücken in etlichen Randbereichen der russischen Sprache der Gegenwart.

Weitere Funktionen:

  • MS-Word-Plugin für schnelles Nachschlagen von Wörtern
  • Betonungsfunktion: akzentologisch informierte Ausstattung eigener Texte mit Betonungszeichen
  • Tool für die automatische Transkription / Transliteration russischer Wörter für acht Romanisierungs- und zwei Lautschriftsysteme
  • Interlinear-Übersetzungsfunktion für eigene und importierte russische Texte
  • Tool für die Deklination von Kardinal- und Ordinalkonstruktionen

Der Sprachkurs

Der Sprachkurs setzt praktisch keine Vorkenntnisse voraus und strebt durch sein ausgefeiltes rechnergestütztes Übungssystem die weitgehend selbstständige Aneignung des schriftgebundenen Russischen bis hin zu hohen und höchsten Stufen der Sprachbeherrschung an (C1).

Der Sprechtrainer

Der Sprechtrainer widmet sich vor allem der Entwicklung des monologischen und dialogischen Sprechens und ergänzt damit den Sprachkurs, verzichtet dabei aber auf systematische Erläuterungen zum Sprachsystem. Der Sprechtrainer enthält bereits ein kleines Wörterbuch.

Leitfaden zur Grammatik

Der Leitfaden hebt in der aktuellen Fassung seine über fünfzigjährige Geschichte der Darstellung von Lexikologie, Morphologie und Syntax des Russischen auf das Niveau einer modernen Sprachbeschreibung und bietet zahlreiche (größtenteils dem Sprachkurs entnommene) Übungsmöglichkeiten an.

Phonologie / Phonetik

Die Phonologie / Phonetik wurde federführend vom Institut für Slavistik entwickelt und trägt insbesondere den Lehranforderungen des Hochschulunterrichts Rechnung, enthält in ihrem Exzerpt „Phonetik / Quickstart“ aber auch einen phonetischen Korrekturkurs konfrontativ zum Deutschen.

Kooperationspartner

Beteiligte

Schreiben Sie eine E-Mail an die Autoren der Veröffentlichung.

Das Projekt hat zum Ziel, auf Basis von empirischen deutsch-brasilianisch-portugiesischen Daten die kontrastiv-linguistischen, translationswissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen zu schaffen, um sprachvergleichende Analysen auf Basis von Frames – miteinander verbundene Konzepte und Konstruktionen, also Form-Bedeutungspaare unterschiedlichen Abstraktionsgrades, durchzuführen.

Forschungsvorhaben

In den letzten Jahren sind für verschiedene Sprachen (Englisch, Schwedisch, Brasilianisches Portugiesisch, Japanisch, Deutsch) linguistische Repositorien zur systematischen Beschreibung von lexikalischen und grammatischen Strukturen einer Sprache entstanden. Der Prototyp ist das Berkeley FrameNet, eine Datenbank von Frames fürs Englische. In jüngster Zeit werden analog dazu so genannte Konstruktika entwickelt – strukturierte Datenbanken empirisch erfasster grammatischer Konstruktionen. In denen werden sprachliche Besonderheiten einzelner Konstruktionen wie auch Beziehungen zu benachbarten Konstruktionen dokumentiert. Obwohl es bereits einige Untersuchungen zu sprach- und kulturbedingten Abweichungen von nicht-englischsprachigen FrameNets und Konstruktika gibt, bleiben viele methodologische Grundlagen im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit und FrameNets beziehungsweise Konstruktika bislang unbeantwortet.

Inhalt

In diesem Projekt sollen die methodischen Fragen aus drei Perspektiven angegangen werden, die einander ergänzen. Aus der kontrastiven Perspektive werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Frames und Konstruktionen beleuchtet. Die Ergebnisse dieser Analysen informieren die translationswissenschaftliche Perspektive, die die Wechselwirkung von Frames und Konstruktionen im Sprachkontakt untersucht. Auf Basis dieser beiden Perspektiven können technische Anforderungen formuliert und Standards für die Arbeit mit multilingualen Daten im Zusammenhang mit Frames und Konstruktionen entwickelt werden.

Kooperationspartner

Die drei teilnehmenden Standorte – Düsseldorf, Leipzig und Juiz de Fora (Brasilien) – stehen jeweils für einen der drei Schwerpunkte. Die Projektverantwortlichen sind auf den jeweils anderen Gebieten ausreichend bewandert, um beste Anschlussfähigkeit herzustellen. Das Projekt ist Teil eines größeren bereits existierenden informellen Netzwerks, das im Rahmen des Berkeleyer Projekts Multilingual FrameNet entstanden ist. Es strebt den Abgleich der Frame- und Konstruktionsbestände mehrerer Sprachen an.

Finanzierung

Das Projekt wird gefördert vom DAAD (Deutschland) und der CAPES (Brasilien). Die erste Phase lief vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019, die zweite Phase läuft vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021.

Beteiligte

Das Projekt ist Teil der Global FrameNet Initiative.

Das Vorhaben umfasst die Erprobung von Virtual-Classroom-Systemen und für Onlinelehre nutzbarer Lösungen – Videokonferenz-, Redaktions-, Kollaborationssoftware – in curricularen Veranstaltungen translatorischer Studiengänge an drei Universitäten: Leipzig, Pjatigorsk/Russland, und Concepción/Chile.

Ziele

Bestehende Lehrveranstaltungen in Translation, Lokalisierungs-Engineering und Translations-Projekt-Management werden in virtuelle Umgebungen überführt. Diverse Systeme und Co-working-Szenarien, die im translatorischen Projektmanagement angewendet werden (Arbeitsgruppen, Kompetenzzentralisierung, individuell oder kooperativ zu bearbeitende Aufgabenpaketen) werden in authentischen Aufträgen erprobt. Die Texte fokussieren Digitalisierung der Translation, womit Digitalisierung auf die Metaebene erhoben werden. Parallel werden die Tools hinsichtlich Praktikabilität in Lehre und Praxis evaluiert. Ziel ist neben digital ermöglichter translatorischer Auseinandersetzung mit Fachtexten das Kennenlernen verschiedener Tools.

Kooperationspartner

Universität Concepción (Chile)

Staatliche Linguistische Universität Pjatigorsk (Russland)

Finanzierung und Laufzeit

Das Projekt wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts und läuft bis 2021.

Projektleiter

Prof. Carsten Sinner

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Forschungs­schwerpunkte

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