Der binationale Masterstudiengang „Deutsch als Fremdsprache im deutsch-afrikanischen Kontext“ richtet sich an Studierende, die gerne im Ausland Deutsch unterrichten möchten, ein besonderes Faible für den afrikanischen Kontinent mitbringen und sich für Kultur und Literatur sowie für die sozialen und kulturellen Verwerfungen einer von postkolonialen Konstellationen geprägten Weltregion interessieren.

Studieren in Leipzig und Stellenbosch

Der Studiengang wird vom Herder-Institut der Universität Leipzig in enger Kooperation mit der Universität Stellenbosch (Südafrika) angeboten. Sie studieren Ihr erstes Semester in Leipzig und gehen dann für zwei Semester (in der Regel von Februar bis November) an die Partneruniversität nach Stellenbosch, belegen gemeinsam mit den Studierenden die dort angebotenen Module und erwerben nebenbei mit dem ‚Honours‘ noch einen eigenen südafrikanischen Studienabschluss. Das vierte Semester verbringen Sie dann wieder in Leipzig und schreiben hier auch Ihre Masterarbeit, die von Lehrenden aus Stellenbosch und Leipzig gemeinsam betreut wird.

Wissenswertes zum Studium

Stellenbosch ist eine relativ kleine und beschauliche Stadt in der Provinz Western Cape, etwa 50 km östlich von Kapstadt. Die Universität Stellenbosch ist eine der renommiertesten Universitäten in Südafrika und auf dem ganzen afrikanischen Kontinent. Die Deutschabteilung ist traditionell eher kultur- und literaturwissenschaftlich orientiert und beschäftigt sich mit postkolonialen Studien ebenso wie mit dem Bild und der Rolle Afrikas in der deutschsprachigen Literatur und Kultur. Auch die in Stellenbosch angebotenen Module beschäftigen sich vor allem mit solchen Fragen.

Der gemeinsame Masterstudiengang verfolgt die Idee, Fragen des Lehrens und Lernens des Deutschen als Fremdsprache mit kultur- und literaturwissenschaftlichen Fragen zu verbinden und bei den Studierenden eine besondere Sensibilität für die spezifischen Lebensbedingungen nicht nur im südlichen Afrika zu entwickeln. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Unterrichtspraktikum, das sowohl an der Deutschabteilung selbst als auch an Schulen in der Umgebung absolviert werden kann.

Der Studiengang richtet sich an besonders motivierte und qualifizierte Graduierte der Fächer Deutsch als Fremdsprache sowie verwandter Studiengänge, die ein ausgeprägtes Interesse am afrikanischen Kontinent mitbringen. Voraussetzung für ein Studium sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau C1 (GER) sowie Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 (GER).

Der Studiengang zielt vor allem darauf ab, die Studierenden für eine Tätigkeit als Deutschlehrende in der Region des südlichen Afrika (insbesondere Südafrika und Namibia) zu qualifizieren, wobei hier vor allem Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung und an Hochschulen in Frage kommen. Hier hat sich der Bedarf an qualifizierten Lehrkräften in letzter Zeit wieder stabilisiert, so dass derzeit vergleichsweise gute Beschäftigungschancen bestehen. Nicht zuletzt sollen mit dem Studiengang auch Perspektiven für eine wissenschaftliche Weiterqualifizierung (Promotion) eröffnet werden, die die bisher sehr deutlich und einseitig philologisch-literaturwissenschaftliche Ausrichtung des Fachs im südlichen Afrika durch eine stärker praxisbezogene DaF-Komponente ergänzt.

Sie beenden Ihr Studium am Herder-Institut der Universität Leipzig und der Deutschabteilung an der Universität Stellenbosch mit einem in Deutschland und Südafrika anerkannten Doppelabschluss.

Das sagen unsere Studierenden

Ein binationaler Masterstudiengang bietet Ihnen wertvolle Einblicke in einen anderen Sprach- und Kulturkreis und erleichtert Ihnen das spätere Vermitteln der deutschen Sprache und Kultur. Was unsere Studierenden an diesem Studium besonders schätzen, erfahren Sie hier.

Im Februar 2018 wurde mir der Start in die beiden Auslandssemester durch die herzliche Begrüßung vom Lehrstuhl der Stellenboscher Deutschabteilung und durch den Blick auf die wunderschönen Berge versüßt, die die kleine Universitätsstadt im Osten Kapstadts umgeben. Der Studienalltag an der Uni Stellenbosch gestaltete sich ziemlich anders, als ich es gewohnt war. Dazu gehörte die Arbeit an überwiegend literaturwissenschaftlichen Inhalten in einer kleinen Gruppe, denn wir absolvierten den einjährigen Honoursstudiengang nur zu fünft. Dies ermöglichte einen sehr persönlichen Kontakt mit den Dozierenden, die stets um unser Wohlbefinden bemüht waren und immer ein offenes Ohr für Fragen hatten. Für die Bewältigung der mündlichen und schriftlichen Examen, Hausarbeiten und Referate und der Honoursarbeit war das äußerst hilfreich.

Das studienbegleitende Praktikum an der Deutschabteilung ermöglichte es mir, selbst ein wenig an der Gestaltung der Lehre mitzuwirken und von den Kolleginnen und Kollegen zu lernen. Mir wurde das Vertrauen entgegen gebracht, ein Tutorium zum Film "Good bye, Lenin!" für Germanistikstudierende im zweiten Studienjahr und einen Sprachkurs für Anfängerinnen und Anfänger selbstständig zu planen und durchzuführen.

Neben der Arbeit am Institut und den Studienaufgaben blieb noch genügend Zeit für Kaffeebesuche, Radtouren, Wanderungen, Ausflüge zu den wunderschönen Weingütern in und um Stellenbosch oder ans Meer. Auch Wochenendtrips nach Kapstadt stellten besondere Highlights meines Aufenthalts dar. Vor allem dann, wenn mir die Kleinstadt mal zu eng wurde, bot die vielfältige und an kulturellen Angeboten reiche Metropole eine tolle Abwechslung. Genau wie Kapstadt kann aber auch Stellenbosch mit einer spektakulären landschaftlichen Lage, faszinierender Geschichte und nettem studentischen Flair aufwarten.

Um von meiner WG im „Oewersig-Complex“ zum Kampus, zum Sport oder zu Freunden zu gelangen, nutzte ich am liebsten mein „Matie-Bike“, einem von der Universität geliehenen Fahrrad. Für abendliche Fahrten wurde die Uber-App ein unverzichtbarer Begleiter im Alltag.

Rückblickend kann ich sagen, dass es für mich die beste Entscheidung war, mich für das binationale Masterprogramm mit Doppelabschluss zu bewerben, da ich neben einem südafrikanischen Universitätsabschluss einen großen Schatz an persönlichen und fachlichen Erfahrungen und gute Freundschaften vom südlichen Ende Afrikas mit nach Hause bringen konnte. Zudem haben das Neben-, Gegen- und Miteinander der verschiedenen Kulturen, Sprachen und Haltungen in der „Rainbow Nation“ meinen Blick erweitert und mich persönlich enorm bereichert.

Helen Rode, Master DaF im deutsch-afrikanischen Kontext, an der Universität Leipzig

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