Der binationale Master-Studiengang "Deutsch als Fremdsprache im brasilianisch-deutschen Kontext" ist ein gemeinsames Angebot des Herder-Instituts und der Deutschabteilung (Área de Alemão) der Universität Federal do Paraná / Brasilien.

Studieren in Leipzig und Curitiba

Der Master-Studiengang richtet sich an besonders motivierte und qualifizierte Graduierte der Fächer Deutsch als Fremdsprache und Germanistik sowie verwandter Studiengänge, die ein ausgeprägtes Interesse für die portugiesischsprachigen Länder mitbringen. Dabei kombiniert der Studiengang die Stärken der beiden Partneruniversitäten: Dazu gehören in Leipzig die Linguistik und Angewandte Linguistik, die Didaktik, die Kulturwissenschaft und die Testforschung. In Curitiba zählen hierzu die interkulturelle Literatur- und Übersetzungswissenschaft sowie kontrastive Kulturstudien.

Wissenswertes zum Studium

Das auf einer Hochebene gelegene Curitiba gilt als sehr moderne brasilianische Stadt, die vor allem durch ihren multikulturellen und kosmopolitischen Charakter beeindruckt: Mit der Zuwanderung von Menschen verschiedenster Nationalitäten im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand eine kulturelle Mischung, die die Stadt noch heute kennzeichnet. So ist z.B. das Stadtviertel Santa Felicidade, in dem sich viele aus Italien eingewanderte Menschen ansiedelten, neben dem Kunsthandwerk und Weinhandel vor allem für seine Gastronomie bekannt.

Für kulturell Interessierte gibt es Museen verschiedenster Richtungen, darunter das Museu Oscar Niemeyer, welches nicht nur aufgrund seiner ungewöhnlichen, augenförmigen Konstruktion viele Besuchende anlockt. Künstlerisches gibt es außerdem auf dem sonntäglichen Kunsthandwerkmarkt in der Altstadt Curitibas zu sehen und zu kaufen. Am Abend sorgen Theater, studentische Bars – wie das beliebte Café Mafalda – sowie unzählige Kinos für Unterhaltung. Wer dem lebendigen Großstadtalltag entfliehen möchte, findet in den vielen Bosques und Parques Curitibas genügend Grünfläche zum Entspannen.

Aber auch in der Umgebung Curitibas sind reizvolle Ausflugsziele zu finden: In einem kleinen Zug kann man durch die grüne Landschaft der Serra do Mar bis zur Küstenstadt Paranaguá fahren. In etwas weiterer Entfernung befinden sich die weltbekannten Wasserfälle des Iguaçu (ca. zehn Busstunden) sowie die Metropolen São Paulo (ca. sechs Busstunden) und Rio de Janeiro (über zehn Stunden).

Die Universität in Curitiba wurde 1912 gegründet und gilt als älteste Universität Brasiliens. Ihr zentral gelegenes historisches Gebäude an der Praça Santos Andrade wurde in den 1950er Jahren fertig gestellt. Zu dieser Zeit wurde die einst private Institution auch zur öffentlichen und somit gebührenfreien Universität erklärt (Universidade Federal do Paraná, UFPR). Heute besteht die Universität aus elf Fakultäten, darunter die 1973 aus der Faculdade de Filosofia, Ciências e Letras hervorgegangene Fakultät für Geisteswissenschaften und Kunst (Setor de Ciências Humanas, Letras e Artes).

Zu den zehn Instituten dieser im Zentrum Curitibas gelegenen Fakultät gehört das Institut für moderne Fremdsprachen (Departamento de Letras Estrangeiras Modernas, DELEM), welches neben Englisch, Französisch, Spanisch und weiteren Sprachen auch den Studiengang Germanistik (Letras Alemão) mit den Schwerpunkten Linguistik, Literatur und Übersetzung anbietet.

Seit 1995 gibt es zudem das Sprachenzentrum (Centro de Línguas e Interculturalidade, CELIN) der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, welches neben (inter)kulturellen Angeboten (Literatur, Kino, Theater, Tandem usw.) Kurse in 22 Sprachen, darunter auch Portugiesisch als Fremdsprache, anbietet. Das Sprachenzentrum widmet sich außerdem verschiedenen Forschungsprojekten, u.a. in den Bereichen Linguistik und Didaktik (z.B. der Lehrbuchentwicklung).

Der Studiengang richtet sich an besonders motivierte und qualifizierte Graduierte der Fächer Deutsch als Fremdsprache und Germanistik sowie verwandter Studiengänge, die ein ausgeprägtes Interesse für die portugiesischsprachigen Länder mitbringen.

Der Studiengang bereitet auf Tätigkeiten in allen Praxis- und Berufsfeldern des Deutsch als Fremdsprache-Lehrens und -Lernens sowie auf Tätigkeiten in angrenzenden Bereichen wie Kulturmittlung, (Auswärtige) Kulturpolitik, Medien- und Verlagswesen, auswärtige Beziehungen der Wirtschaft usw. vor. Für den Kernbereich des Lernens und Lehrens von Deutsch als Fremdsprache heißt dies beispielsweise, dass die Studierenden nach erfolgreichem Abschluss weltweit als Führungskräfte eingesetzt werden können, also bei Curriculumplanung, Organisation von Sprachkursen, Lernmaterialentwicklung usw. Darüber hinaus befähigt der Masterstudiengang zu selbstständiger Forschung im Fach Deutsch als Fremdsprache unter Inlands- wie unter Auslandsbedingungen. Insbesondere erwerben die Master-Studierenden Fach- und Führungskompetenzen in den zentralen Fragen des sprachlich-kulturellen Kontakts und Austauschs zwischen der deutsch- und portugiesischsprachigen Welt.

Beendet wird der Studiengang mit einem Doppelabschluss (Master of Arts / mestre), der in Deutschland und Brasilien anerkannt ist.

Das sagen unsere Studierenden

Ein binationaler Masterstudiengang bietet Ihnen wertvolle Einblicke in einen anderen Sprach- und Kulturkreis und erleichtert Ihnen das spätere Vermitteln der deutschen Sprache und Kultur. Was unsere Studierenden an diesem Studium besonders schätzen, erfahren Sie hier.

Während der Zeit des Masters lernte ich in den Seminaren das Know-how und alle wichtigen Facetten des DaFZ-Studiums kennen und konnte durch das breit gefächerte Kursangebot meine persönlichen Studienschwerpunkte finden und festigen. Die zwei Semester an der brasilianischen Universität in Curitiba vermittelte außerdem noch einmal zusätzlich, neben neuen Sprachkenntnissen, Wissen über kontrastive Linguistik und Übersetzung. Durch das DAAD-Stipendium hatte man zudem die Möglichkeit, sich voll und ganz auf das Leben in Curitiba, die zu bewältigenden neuen Situationen und den neuen Uni-Stoff einzulassen. Während der mitunter herausfordernden Situationen, die durch den Wechsel an eine neue Hochschule auf einem anderen Kontinent entstehen, habe ich mich sowohl von den Dozierenden am Herder-Institut, als auch an der UFPR in Curitiba, stets gut betreut, verstanden und wahrgenommen gefühlt.

Luna Graffé, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

Zum Wintersemester 2018/19 habe ich den binationalen Masterstudiengang Leipzig – Curitiba in Leipzig begonnen. In Leipzig kann aus dem umfassenden Masterangebot gewählt werden. Die beiden darauffolgenden Semester habe ich an der UFPR in Curitiba verbracht. Dort ist das Angebot kleiner, aber ebenfalls sehr hochwertig. Es gibt weniger Studierende und daher ist alles viel persönlicher. Die Lehrenden sind sehr engagiert und versuchen den Studierenden vielfältige Einblicke in die Bereiche des Deutschen als Fremdsprache zu ermöglichen.

So waren wir im Rahmen eines Praktikums in Entre Rios, einer Gemeinde von donauschwäbischen Ausgewanderten, die dort viele deutschsprachige Einrichtungen wie eine Schule, ein Museum und eine Radiostation unterhalten, und hatten die Möglichkeit am Unicentro in Guarapuava einen Workshop sowie eine Unterrichtseinheit zu leiten. Auch in Curitiba haben wir an der dortigen Sprachschule Celin Deutschkurse übernommen, die wir mit der stetigen Möglichkeit der Betreuung eigenständig gestalten konnten.

Curitiba selbst ist eine für Brasilien sichere und schöne Stadt mit vielseitigem kulturellem und kulinarischem Angebot. Insbesondere in der vorlesungsfreien Zeit im Juli sind zudem genügend Möglichkeiten für Reisen vorhanden. Alles in allem bietet der Masterstudiengang mit Curitiba die Möglichkeit, einen vielfältigen Einblick in die DaF-Bereiche zu erlangen, auch wenn in Brasilien nicht alles immer so kommt wie erwartet.

Meike Münster, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

Als Studentin des binationalen Masterstudiengangs "Deutsch als Fremdsprache: Estudos interculturais de língua, literatura e cultura alemãs" am Herder-Institut der Universität Leipzig und der UFPR in Curitiba absolvierte ich von Februar bis Dezember 2019 zwei von vier Semestern in Brasilien. Besonders gut an der UFPR gefallen haben mir die kleineren Kurse, wodurch ein angeregter, reflektierender Austausch während der Seminare erleichtert wurde.

Durch den Besuch der Module vor Ort gewann ich eine erweiterte Sicht auf den internationalen Fachbereich. Insgesamt fühlte ich mich sehr eingebunden und gut individuell betreut. Während meines Aufenthaltes wurde es mir ermöglicht, an verschiedenen außeruniversitären Veranstaltungen teilzunehmen (Workshops, Besuche, Besprechungen, Projekte). Das Praktikum konnte ich am Sprachenzentrum vor Ort absolvieren und im „Sprachen ohne Grenzen“-Programm.

Curitibas wechselhaftes und auch kaltes Wetter sollte nicht unterschätzt werden. Abgesehen davon ist es eine sehr schöne, grüne, günstige und nicht zu große Stadt, in der ich mich sehr wohl fühlte, in der ich mich mit dem Fahrrad fortbewegen konnte, die Suche nach einer Unterkunft kein Kopfweh verursacht hat und in der einige vegane Restaurants zu entdecken sind. Für die gewonnenen Eindrücke und gemachten Erfahrungen bin ich allen Beteiligten von Herzen dankbar.

Jannika Jung, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

Der binationale Masterstudiengang mit seinem Austausch zwischen dem Herder-Institut Leipzig und der UFPR Curitiba war für mich eine perfekte Kombination. Das erste Semester in Leipzig verging mit neuen Freundinnen und Freunden und neuen Inhalten wie im Flug und schon mussten wir, die Austauschstudierenden, wieder unsere Sachen packen. In Curitiba angekommen, gab es anfangs viel zu organisieren: eine Wohnung in der Nähe der Uni, Dokumente für das Sekretariat, Einschreibung in die Kurse etc.

Bereits im zweiten Semester belegte ich alle drei geforderten Module + Sprachkurs. Hier kann ich allen Studierenden nur raten, das Wahlfach auch außerhalb des DaF-Bereichs zu wählen, um einen Einblick in die Allgemeine und Angewandte Linguistik in Brasilien zu bekommen und internationale Perspektiven zu hören. Während unseres einjährigen Aufenthalts fanden außerdem zahlreiche Germanistik-Kolloquien, Symposien und Kongresse in Südbrasilien statt, die ich nur empfehlen kann.

Für das dritte Semester hatte ich mir mit Hilfe von Prof. Soethe bereits im Voraus ein Praktikum an der Nationalbibliothek in Rio de Janeiro organisiert. In Anlehnung an diesen praktischen Forschungskontext plante ich mein Thema der Masterarbeit "Authentisch-historisches Material als Basis zur Entwicklung eines diskursiven DaF-Unterrichts an Hochschulen im brasilianischen Kontext" und bekam die Möglichkeit erste didaktische Überlegungen in einer DaF-Klasse an der UFRJ in Form eines kleinen Projekts durchzuführen.

Für all diese Erfahrungen im Master bin ich dem Herder-Institut und seinem Kooperationspartner UFPR sowie allen beteiligten Dozierenden sehr dankbar!

Isabell Le Blanc, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

 

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