Der binationale Master-Studiengang "Deutsch als Fremdsprache im brasilianisch-deutschen Kontext" ist ein gemeinsames Angebot des Herder-Instituts und der Deutschabteilung (Área de Alemão) der Universität Federal do Paraná / Brasilien.

Studium in Leipzig und Curitiba

Der Masterstudiengang richtet sich an hochmotivierte und qualifizierte Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtungen Deutsch als Fremdsprache, Germanistik und verwandter Fachrichtungen, die ein ausgeprägtes Interesse an portugiesischsprachigen Ländern haben. Der Studiengang vereint die Stärken beider Partneruniversitäten: In Leipzig sind dies Linguistik und Angewandte Sprachwissenschaft, Didaktik, Kulturwissenschaft und Testforschung. In Curitiba sind dies interkulturelle Literatur- und Übersetzungswissenschaft sowie kontrastive Kulturwissenschaft.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: blauer Himmel, links Palme, rechts die Ecke eines Hochhauses
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: großes weißes Gebäude mit Säulen
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Park mit Laternen, im Hintergrund weißes Gebäude
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Teich, im Hintergrund Hochhäuser, im Vordergrund Capibaras
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Ausblick über die Stadt vor blauem Himmel, zu sehen sind Marktstände, koloniale Architektur und Hochhäuser
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Brunnen mit Pferdekopf vor blauem Himmel, im Hintergrund Gebäude und Bäume
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Modernes Gebäude mit einer geschwungenen Form auf einem gelben Quader
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Regennasse Straße im Abendlicht von oben
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Sonnenlicht und Pflanzen in einem weißen Gewächshaus

Wissenswertes

Die Stadt Curitiba

Curitiba liegt auf einem Plateau und gilt als sehr moderne brasilianische Stadt, die durch ihren multikulturellen und kosmopolitischen Charakter beeindruckt: Die Einwanderung von Menschen verschiedener Nationalitäten im 19. Jahrhundert schuf einen kulturellen Mix, der die Stadt bis heute prägt. So ist beispielsweise der Stadtteil Santa Felicidade, in dem sich viele italienische Einwanderer niedergelassen haben, nicht nur für sein Kunsthandwerk und seinen Weinhandel bekannt, sondern vor allem für seine Gastronomie.

Für Kulturinteressierte gibt es Museen verschiedener Art, darunter das Museu Oscar Niemeyer, das nicht nur wegen seiner ungewöhnlichen augenförmigen Konstruktion viele Besucher anzieht. Künstlerische Kreationen können auch auf dem sonntäglichen Kunsthandwerksmarkt in der Altstadt von Curitiba besichtigt und erworben werden. Am Abend sorgen Theater, Studentenbars – wie das beliebte Café Mafalda – und unzählige Kinos für Unterhaltung. Wer dem Trubel des Stadtlebens entfliehen möchte, findet in den vielen Bosques und Parques von Curitiba zahlreiche Grünflächen zum Entspannen.

Aber auch in der Umgebung gibt es attraktive Ausflugsziele: Eine kleine Bahn bringt Sie durch die grüne Landschaft der Serra do Mar in die Küstenstadt Paranaguá. Etwas weiter entfernt liegen die weltberühmten Iguaçu-Wasserfälle (etwa zehn Stunden mit dem Bus) und die Metropolen São Paulo (etwa sechs Stunden mit dem Bus) und Rio de Janeiro (über 10 Stunden).

Die Universität in Curitiba wurde 1912 gegründet und gilt als älteste Universität Brasiliens. Ihr zentral gelegenes historisches Gebäude an der Praça Santos Andrade wurde in den 1950er Jahren fertiggestellt. Zu dieser Zeit wurde die einst private Einrichtung auch zur öffentlichen und damit studiengebührenfreien Universität (Universidade Federal do Paraná, UFPR) erklärt. Heute besteht die Universität aus elf Fakultäten, darunter die Fakultät für Geisteswissenschaften und Kunst (Setor de Ciências Humanas, Letras e Artes), die 1973 aus der Faculdade de Filosofia, Ciências e Letras hervorging.

Zu den zehn Instituten dieser Fakultät, die sich im Zentrum von Curitiba befindet, gehört das Institut für moderne Fremdsprachen (Departamento de Letras Estrangeiras Modernas, DELEM), das Kurse in Englisch, Französisch, Spanisch und anderen Sprachen sowie Germanistik (Letras Alemão) mit den Schwerpunkten Linguistik, Literatur und Übersetzung anbietet.

Seit 1995 verfügt die Fakultät für Geisteswissenschaften auch über ein Sprachenzentrum (Centro de Línguas e Interculturalidade, CELIN), das Kurse in 22 Sprachen, darunter Portugiesisch als Fremdsprache, sowie (inter)kulturelle Aktivitäten (Literatur, Kino, Theater, Tandem usw.) anbietet. Das Sprachenzentrum ist auch an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt, unter anderem in den Bereichen Linguistik und Didaktik (z. B. Lehrbuchentwicklung).

Der Masterstudiengang richtet sich an hochmotivierte und qualifizierte Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtungen Deutsch als Fremdsprache, Germanistik und verwandter Fachrichtungen, die ein ausgeprägtes Interesse an portugiesischsprachigen Ländern haben.

Das Programm bereitet Studierende auf Karrieren in allen Praxis- und Berufsfeldern des Lehrens und Lernens von Deutsch als Fremdsprache sowie auf Tätigkeiten in verwandten Bereichen wie Kulturvermittlung, (ausländische) Kulturpolitik, Medien und Verlagswesen, Außenwirtschaftsbeziehungen usw. vor. Für den Kernbereich des Lernens und Lehrens von Deutsch als Fremdsprache bedeutet dies beispielsweise, dass die Studierenden nach erfolgreichem Abschluss des Studiums weltweit in Führungspositionen tätig sein können, d. h. in der Curriculumsplanung, der Organisation von Sprachkursen, der Entwicklung von Lernmaterialien usw. Darüber hinaus befähigt der Masterstudiengang die Studierenden, eigenständige Forschung im Bereich Deutsch als Fremdsprache unter nationalen und internationalen Bedingungen zu betreiben. Insbesondere erwerben die Masterstudierenden Fach- und Führungskompetenzen in den zentralen Fragestellungen des sprachlichen und kulturellen Kontakts und Austauschs zwischen der deutsch- und der portugiesischsprachigen Welt.

Informationen dazu, in welchen Tätigkeiten die bishrigen Absolvent*innen arbeiten, finden Sie in diesem Artikel von Soethe/Chaves (2021)

 

Der Studiengang wird mit einem Doppelabschluss beendet (Master of Arts / mestre), der in Deutschland und Brasilien anerkannt wird.

Das sagen unsere Studierenden

Ein binationaler Masterstudiengang bietet Ihnen wertvolle Einblicke in einen anderen Sprach- und Kulturkreis und erleichtert Ihnen das spätere Vermitteln der deutschen Sprache und Kultur. Was unsere Studierenden an diesem Studium besonders schätzen, erfahren Sie hier.

Zum Wintersemester 2018/19 habe ich den binationalen Masterstudiengang Leipzig – Curitiba in Leipzig begonnen. In Leipzig kann aus dem umfassenden Masterangebot gewählt werden. Die beiden darauffolgenden Semester habe ich an der UFPR in Curitiba verbracht. Dort ist das Angebot kleiner, aber ebenfalls sehr hochwertig. Es gibt weniger Studierende und daher ist alles viel persönlicher. Die Lehrenden sind sehr engagiert und versuchen den Studierenden vielfältige Einblicke in die Bereiche des Deutschen als Fremdsprache zu ermöglichen.

So waren wir im Rahmen eines Praktikums in Entre Rios, einer Gemeinde von donauschwäbischen Ausgewanderten, die dort viele deutschsprachige Einrichtungen wie eine Schule, ein Museum und eine Radiostation unterhalten, und hatten die Möglichkeit am Unicentro in Guarapuava einen Workshop sowie eine Unterrichtseinheit zu leiten. Auch in Curitiba haben wir an der dortigen Sprachschule Celin Deutschkurse übernommen, die wir mit der stetigen Möglichkeit der Betreuung eigenständig gestalten konnten.

Curitiba selbst ist eine für Brasilien sichere und schöne Stadt mit vielseitigem kulturellem und kulinarischem Angebot. Insbesondere in der vorlesungsfreien Zeit im Juli sind zudem genügend Möglichkeiten für Reisen vorhanden. Alles in allem bietet der Masterstudiengang mit Curitiba die Möglichkeit, einen vielfältigen Einblick in die DaF-Bereiche zu erlangen, auch wenn in Brasilien nicht alles immer so kommt wie erwartet.

Meike Münster, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

Als Studentin des binationalen Masterstudiengangs "Deutsch als Fremdsprache: Estudos interculturais de língua, literatura e cultura alemãs" am Herder-Institut der Universität Leipzig und der UFPR in Curitiba absolvierte ich von Februar bis Dezember 2019 zwei von vier Semestern in Brasilien. Besonders gut an der UFPR gefallen haben mir die kleineren Kurse, wodurch ein angeregter, reflektierender Austausch während der Seminare erleichtert wurde.

Durch den Besuch der Module vor Ort gewann ich eine erweiterte Sicht auf den internationalen Fachbereich. Insgesamt fühlte ich mich sehr eingebunden und gut individuell betreut. Während meines Aufenthaltes wurde es mir ermöglicht, an verschiedenen außeruniversitären Veranstaltungen teilzunehmen (Workshops, Besuche, Besprechungen, Projekte). Das Praktikum konnte ich am Sprachenzentrum vor Ort absolvieren und im „Sprachen ohne Grenzen“-Programm.

Curitibas wechselhaftes und auch kaltes Wetter sollte nicht unterschätzt werden. Abgesehen davon ist es eine sehr schöne, grüne, günstige und nicht zu große Stadt, in der ich mich sehr wohl fühlte, in der ich mich mit dem Fahrrad fortbewegen konnte, die Suche nach einer Unterkunft kein Kopfweh verursacht hat und in der einige vegane Restaurants zu entdecken sind. Für die gewonnenen Eindrücke und gemachten Erfahrungen bin ich allen Beteiligten von Herzen dankbar.

Jannika Jung, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

Der binationale Masterstudiengang mit seinem Austausch zwischen dem Herder-Institut Leipzig und der UFPR Curitiba war für mich eine perfekte Kombination. Das erste Semester in Leipzig verging mit neuen Freundinnen und Freunden und neuen Inhalten wie im Flug und schon mussten wir, die Austauschstudierenden, wieder unsere Sachen packen. In Curitiba angekommen, gab es anfangs viel zu organisieren: eine Wohnung in der Nähe der Uni, Dokumente für das Sekretariat, Einschreibung in die Kurse etc.

Bereits im zweiten Semester belegte ich alle drei geforderten Module + Sprachkurs. Hier kann ich allen Studierenden nur raten, das Wahlfach auch außerhalb des DaF-Bereichs zu wählen, um einen Einblick in die Allgemeine und Angewandte Linguistik in Brasilien zu bekommen und internationale Perspektiven zu hören. Während unseres einjährigen Aufenthalts fanden außerdem zahlreiche Germanistik-Kolloquien, Symposien und Kongresse in Südbrasilien statt, die ich nur empfehlen kann.

Für das dritte Semester hatte ich mir mit Hilfe von Prof. Soethe bereits im Voraus ein Praktikum an der Nationalbibliothek in Rio de Janeiro organisiert. In Anlehnung an diesen praktischen Forschungskontext plante ich mein Thema der Masterarbeit "Authentisch-historisches Material als Basis zur Entwicklung eines diskursiven DaF-Unterrichts an Hochschulen im brasilianischen Kontext" und bekam die Möglichkeit erste didaktische Überlegungen in einer DaF-Klasse an der UFRJ in Form eines kleinen Projekts durchzuführen.

Für all diese Erfahrungen im Master bin ich dem Herder-Institut und seinem Kooperationspartner UFPR sowie allen beteiligten Dozierenden sehr dankbar!

Isabell Le Blanc, Master DaF im brasilianisch-deutschen Kontext, an der Universität Leipzig

 

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