Seit 1. Juli 2025 gibt es am Herder-Institut die neue Emmy-Noether-Nachwuchsforschungsgruppe „Variabilität und Pfadabhängigkeit des Lexikongebrauchs im Mehrsprachigkeitskontext“, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG 555347674) unter der Leitung von Dr. Anna Shadrova. Gajaneh Hartz und Nina Richter sind als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in der Nachwuchsforschungsgruppe tätig.
In zwei dreijährigen Projektphasen soll erforscht werden, wie sich die Variabilität des Lexikongebrauchs und die Lexikonstruktur im Verlauf des L2-Erwerbs mit korpuslinguistischen und experimentellen Methoden modellieren lassen. Ein Ziel der Nachwuchsforschungsgruppe ist die Differenzierung von inter- und intraindividueller lexikalischer Variabilität von allgemeinen Mehrsprachigkeitseffekten. Es soll geklärt werden, ob es Muster beim Wortgebrauch gibt und inwiefern die Struktur des mentalen Lexikons die Sprachproduktion beeinflusst. Damit geht auch die Frage einher, ob es eine Baseline des Lexikongebrauchs gibt, an die sich Lernende im L2-Erwerb annähern.
Zusammengearbeitet wird mit Kooperationspartnern am Herder-Institut und Studienkolleg der Universität Leipzig, am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften der Universität Leipzig, an der Universität Duisburg-Essen, an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Rijksuniversiteit Groningen. Aus dem Projekt können relevante Erkenntnisse für den Spracherwerb und den Zusammenhang von Denken und Wortgebrauch im Kontext von Mehrsprachigkeit gewonnen werden.