Vorlesung/Vortrag am

Veranstaltungsort: WEBEX-Videokonferenz

Im Wintersemester 2022/2023 führt das Cluster Kulturelle Bildung und Diversität des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung die bereits im Sommersemester 2022 gestartete Online-Vortragsreihe zur Verschränkung von Klassismus und Kultureller Bildung weiter. Die Reihe richtet sich an eine breite Öffentlichkeit, Studierende, Lehrkräfte, Dozierende, Künstler*innen und Interessierte und will mit Vorträgen und Gesprächsrunden eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Kultureller Bildung und Klassismus(kritik) anregen.

Das zentrale Ziel vieler Projekte und Akteur*innen in der Kulturellen Bildung ist es, Zugänge zu schaffen. Es geht dabei häufig um eine Kultur für alle (Hoffmann 1979) bzw. um die Förderung einer Kultur von allen. Oft zeichnen sich Projekte der Kulturellen Bildung durch eine Hinwendung zu gesellschaftlichen Gruppen aus, denen ein (vermeintlich) unzureichender Bildungsstand und/oder mangelnde Zugangsmöglichkeiten zur Kultur attestiert werden. Vermittelt werden sollen in der Kulturellen Bildung ästhetische und/oder soziale Kompetenzen auch mit dem Ziel, die Teilnehmenden von Angeboten "besser zu machen" (Gaztambide-Ferndandez 2017).

Klassismuskritische Perspektiven hingegen problematisieren Zielgruppendefinitionen und Zielsetzungen der Kulturellen Bildung etwa im Hinblick auf Prozesse der Ver-Anderung (Othering) sowie implizite Kultur- und Bildungsbegriffe. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "Klassismus und Kulturelle Bildung" stehen daher Fragen danach, wie das Theorie- und Praxisfeld Kulturelle Bildung mit gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen im Kontext des Klassismus verwoben ist und welche Potenziale die (Analyse-)Perspektive „Klassismuskritik“ bietet, um Strukturen, Ziele und Praktiken Kultureller Bildung zu erforschen, hinterfragen und damit möglicherweise auch zu verändern:

  • Wessen und welches Wissen und Können wird im Kontext Kultureller Bildung als anerkennens- und erstrebenswert verstanden?
  • Wer soll was von wem lernen und wer profitiert letztlich von den Angeboten Kultureller Bildung?
  • Was können wir aus Erfahrungen und Beispielen in den verschiedenen Sparten Kultureller Bildung in der Arbeit von und mit Menschen, deren Leben durch klassistische Ausschlüsse geprägt war und ist, lernen?
  • Welche Rolle spielen Strukturen und Institutionen der Kulturellen Bildung für die Aufrechterhaltung des Ungleichheitsverhältnisses "Klassismus", und wie könnten sie zu dessen Abbau beitragen?

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert aus Mitteln der Gleichstellungsförderung an der BTU Cottbus-Senftenberg sowie solchen der Juniorprofessur für DaF/DaZ mit dem Schwerpunkt Kulturstudien an der Universität Leipzig.

Termine im Wintersemester 2022/2023:

14.11.2022, 18 Uhr:
Bildung und Klassismus (Referent*in: Jan Niggemann, Moderator*in: Josefine Siebert)

12.12.2022, 18 Uhr:
Theaterpädagogik und Klassismus (Referent*in: Ursula Jenni, Moderator*in: Thomas Blum)

23.01.2023, 18 Uhr:
Popmusik, Jugendkulturarbeit und Klassismus (Referent*innen: Jonas Engelmann, Nora Hoffmann, Judith Müller, Moderator*in: Kiwi Menrath)

Bisherige Termine im Sommersemester 2022 waren:

25.04.2022, 18 Uhr
Einführung in die Klassismuskritik (Referent*in: Francis Seeck, Moderator*innen: Thomas Blum/Kiwi Menrath)

16.05.2022, 18 Uhr
Kulturelle Bildung und Klassismus (Referent* in: N.N., Moderator*innen: Thomas Blum/Kiwi Menrath)

13.06.2022, 18 Uhr
Medien und Klassismus (Referent*innen: Maja Bogojević, Christian Huberts, Brigitte Theißl, Moderator*in: Adrianna Hlukhovych)

11.07.2022, 18 Uhr
Schreibpädagogik und Klassismus (Referent*innen: Stefanie-Lahya Aukongo, Betina Aumair, Nadja Damm, Moderator*in: Josefine Siebert)

Link zum Online-Raum Webex

Konzeption und Organisation: Thomas Blum (Theater der Jungen Welt Leipzig), Adrianna Hlukhovych (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) Stefanie Kiwi Menrath (BTU Cottbus-Senftenberg), Josefine Siebert (BTU Cottbus-Senftenberg)

 

Erstellt von: Jun.-Prof. Dr. Nina Simon